18 | 09 | 2020
Spielbericht TV Helmbrechts - SV 08 Auerbach I

Nach einer erneut enttäuschenden Schlussphase mussten sich die Handballer des SV 08 Auerbach auch dem TV Helmbrechts geschlagen geben und verpassten eine weitere gute Gelegenheit, sich ein wenig aus dem Abstiegsstrudel herauszuziehen. Zum wiederholten Mal stellten die Torhüter nach der Pause sowie die Defensive nach fast 50 Minuten aufopferungsvollem Kampf kollektiv die Arbeit ein und überließen den Oberfranken teils ohne Gegenwehr das Spiel. Nachdem am Tag zuvor der HSV Hochfranken beim TV Münchberg gewonnen hat, beträgt der Vorsprung der Bergstädter auf den ersten Abstiegsplatz nun nur noch einen Punkt. Gleichzeitig machte die SG Regensburg mit einem Sieg beim MTV Stadeln die Meisterschaft und damit den direkten Aufstieg in die Bayernliga perfekt.

TV Helmbrechts - SV 08 Auerbach: 31:26 (13:13)

Da war er wieder, der „Rote Faden", der sich fast durch die gesamte Saison der Auerbacher Handballer zieht. Zunächst läuft es ganz gut, man kann mindestens am Spiel teilnehmen und in manchem Falle sogar die Leitung der Partie übernehmen, bis plötzlich aus kaum nachvollziehbaren Gründen das gesamte Team einbricht, Fehler am laufenden Band produziert und vor allem in der Defensive erhebliche Mängel aufweist. So, oder so ähnlich verliefen viele Spiele gerade der letzten Zeit. „Das heutige Spiel in Helmbrechts war fast ein Spiegelbild der letzten Woche" ärgerte sich Matthias Schnödt über den Einbruch seiner Spieler. „Bis zur 45. Minute lief alles nach Plan." Warum das Team dann jedoch kollektiv vom bis dahin erfolgreichen Konzept abwich und sich nicht mehr an Absprachen hielt, war für den Spielertrainer nicht nachvollziehbar. „Wenn man so viele Fehler macht, offensiv wie defensiv, wie in dieser Phase, dann hat es ein heimstarker Gegner wie Helmbrechts leicht, ein Spiel für sich zu entscheiden. Es ist ganz normal, dass mal einer oder zwei Spieler einen Durchhänger haben, aber alle zusammen?" Noch eine ganze Zeit nach der Partie rang er nach den richtigen Worten.

Dabei hatte es zunächst gar nicht so schlecht ausgesehen. Nachdem Thomas Wilke nach 45 Sekunden das 0:1 erzielt hatte, war man zwar bis zur sechsten Minute mit 4:1 ins Hintertreffen geraten, hatte jedoch bis zur 11. Minute wieder ausgleichen können (4:4). „Man hat schon nach etwa einer Viertelstunde gemerkt, dass wir es heute mit den beiden Schiedsrichterinnen nicht gerade gut getroffen hatten" zeigte sich Spartenleiter Paul Rupprecht auch von den teils ungleich verteilten Pfiffen der Unparteiischen enttäuscht. Eine Zeitstrafe gegen Daniel Schalanda, zwei Strafwurftore von Stefan Wopperer sowie einen Treffer von Christopher Früh später lagen die Gäste wieder mit drei Toren zurück (7:4). Allerdings ließen sich die Blau-Weißen zu diesem Zeitpunkt davon noch nicht allzu sehr aus dem Konzept bringen, vielmehr hatten sie damit zu kämpfen, dass ihnen der nötige Rückhalt von ihren Torhütern fehlte. Dennoch arbeiteten sie sich wieder heran, glichen in der 26. Minute wieder aus (9:9) und hielten das Remis bis zur Pause. Beim Stand von 13:13 wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach dem Wiederanpfiff sah man ein ähnliches Spiel. Helmbrechts legte zwar immer wieder einen Treffer vor, doch Auerbach blieb dran, konnte zwischenzeitlich sogar einmal kurz selbst in Führung gehen (15:16, 36. Minute) und hielt das Spiel bis zur 46. Minute offen (20:19). Als sie dann jedoch eine Zeitstrafe gegen die „Füchse" nicht nutzten, sondern vielmehr einen Treffer trotz Überzahl hinnehmen mussten, nistete sich plötzlich der Fehlerteufel im Spiel der Gäste ein. Fehler reihte sich an Fehler, die Halbpositionen der Abwehr waren mit einem Mal offener als das berühmte Scheunentor und die Hausherren erzielten aus allen möglichen und unmöglichen Positionen ihre Tore. Mehrmals durften die Rückraumakteure der Gastgeber ungehindert abschließen und auch die Außen kamen mit Hebern aus dem „Null-Winkel" zum Erfolg. In der 50. Minute stand es bereits 24:20 und nach einer Auszeit der Gäste vergingen gerade einmal fünf Minuten, bis der TVH vorentscheidend auf 28:21 davonzog.

Zwischenzeitlich hatte auch Spielertrainer Matthias Schnödt seinem Team einen Bärendienst erwiesen, als er seiner Unzufriedenheit über sein Team, über die Unparteiischen und über den Spielverlauf freien Lauf ließ und für zwei Minuten auf die Bank verbannt wurde. Drei Auerbacher Tore am Stück verbesserten die Situation zwar etwas, doch mehr als Ergebniskosmetik sollte es nicht mehr werden. Wieder einmal stand man am Ende mit leeren Händen da und hatte die einmalige Chance, sich etwas von den Abstiegsrängen zu distanzieren, kläglich verschenkt.

Da inzwischen der HSV Hochfranken seine Stärken gefunden zu haben scheint und ein Spiel nach dem anderen gewinnt, muss man in Auerbach jetzt fast schon um den Relegationsplatz zittern, zumal man im direkten Vergleich mit dem punktgleichen HC Sulzbach-Rosenberg im Nachteil ist. Da kommt es zur Unzeit, dass man am kommenden Spieltag ausgerechnet beim Liga-Krösus TG Heidingsfeld antreten muss. Die Unterfranken haben am Samstag ihr Spiel bei der HSG Lauf/Heroldsberg verloren und müssen nun alle restlichen Partien gewinnen, um überhaupt noch die Chance auf die Aufstiegsrelegation zu haben. "Relegation hin oder her, das Spiel in Heidingsfeld ist momentan das Einzige, worüber ich mir im Laufe der Woche Gedanken machen werde, nicht weil wir dort eine Chance hätten, sondern wie wir es als eine Art Vorbereitung fur das Finale gegen die HSG Fichtelgebirge nutzen können."
 
SV 08 Auerbach: Kroher, Seiffert, Tannenberger (2), Schnödt (1), Hofmann Mo., Bürger, Eckert (2), Wilke (5), Herold (6), Wehner (1), Pankraz (7/2), Kraus (1), Schalanda (1)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. April 2018 um 06:09 Uhr