18 | 09 | 2020
Spielbericht SV 08 Auerbach - HSG Lauf/Heroldsberg

Vor nur knapp 175 Zuschauern unterlagen die Handballer des SV 08 Auerbach in ihrem vorletzten Heimspiel der Saison gegen die HSG Lauf/Heroldsberg völlig unnötig mit 27:31 (11:13). Über weite Strecken mindestens auf Augenhöhe mit dem Tabellendritten, leisteten sich die Oberpfälzer in beiden Hälften eine schwache Phase und hatten am Ende nicht mehr die Zeit, die Niederlage abzuwenden. Während Lauf seine Chancen auf die Aufstiegsrelegation wahrte, rutschte Auerbach wieder auf nur noch drei Punkte Vorsprung in Richtung erster Abstiegsplatz. Diesen belegt, nach einem Sieg gegen den HC Sulzbach-Rosenberg, derzeit der HSV Hochfranken mit 14:32 Zählern.

SV 08 Auerbach - HSG Lauf/Heroldsberg: 27:31 (11:13)

„Ich denke, wir waren heute über 40 Minuten das gefühlt bessere Team, hatten aber in beiden Halbzeiten Phasen, in denen wir zu viele Fehler gemacht haben. Leider hat uns die schwächere Phase in der zweiten Hälfte entscheidend zurückgeworfen" fasste Matthias Schnödt enttäuscht die Niederlage zusammen. Auch sein ehemaliger Uni-Mannschaftskollege Peter Zahn kam zu einem ähnlichen Fazit. „Auerbach hat 45 Minuten gut gespielt, wir ungefähr zweimal 15 Minuten. Glücklicherweise hatten wir, zumindest in der zweiten Hälfte, ausgerechnet in ihrer schwachen unsere beste Phase."

Dabei hatte es recht vielversprechend für die Gastgeber begonnen. Der „Tigerenten-Club" aus Mittelfranken starteten sichtlich nervös in die Partie, verhedderten sich mehrmals in der aufmerksam agierenden Auerbacher Abwehr und lag nach knapp sechs Minuten bereits mit 3:0 im Rückstand. „Wenn wir ehrlich sind, hatten wir vor dem heutigen Spiel mehr Angst, als vor dem gegen Heidingsfeld nächste Woche. Heute hatten wir mehr zu verlieren" begründete Peter Zahn die Nervosität der Gäste. Aber auch Auerbach ließ sich anstecken. So vergab Alexander Tannenberger in der siebten Minute mit einem schlampigen Strafwurf die Chance, auf 4:0 zu erhöhen. Kurz darauf ließ man eine weitere freie Möglichkeit ungenutzt und die Mittelfranken damit wieder zurück ins Spiel. Einige unvorbereitete Würfe und technische Fehler reihten sich aneinander, sodass Lauf trotz eigener Probleme bis zur elften Minute zum 3:3 ausgleichen konnte.

Doch Auerbach blieb am Drücker, legte immer ein, stellenweise auch zwei Tore vor und lag noch in der 21. Minute mit 8:7 in Front. Dann jedoch schlossen sich starke zehn Minuten der Gäste an. Vor allem gegen die Rückraumakteure Florian Funke und Jens Scheuerer fand die bis dahin eigentlich gut stehende Abwehr der Blau-Weißen plötzlich keine Mittel mehr. Immer wieder ließ man Funke von halblinks ohne große Gegenwehr abziehen und Scheuerer durfte teils unberührt durch die Defensivreihe marschieren. Knapp drei Minuten genügten Lauf, um das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen (8:10). Trotz eines Unterzahltores von Florian Wehner stotterte sich Blau-Weiß über die nächsten Minuten, ließ Lauf zwischenzeitlich auf drei Tore davonziehen (9:11, 10:13) und kam erst gegen Ende der ersten Halbzeit wieder in ruhigeres Fahrwasser. Beim Stand von 11:13 wurden die Seiten gewechselt.

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste. Thomas Wilke gab bereits nach 23 Sekunden mit dem Anschlusstreffer zum 12:13 den Startschuss für die Aufholjagd. Auerbach war nun wieder das bessere Team und obwohl man weiterhin Florian Funke und Jens Scheuerer zu viel Freiraum ließ, glich man in der 35. Minute nicht nur aus (15:15), sondern übernahm wieder die Führung des Spiels. Nun waren es wieder die Gäste, die einem Rückstand hinterher liefen. In der 42. Minute leuchtete ein 20:18 für das Heim-Team von der Anzeigentafel, als Florian Wehner, der für diesen Zwischenstand gesorgt hatte, kurz darauf für zwei Minuten auf die Bank musste. Die Mittelfranken nutzten nicht nur diese zeitweise Schwächung der Gastgeber, sondern auch die sich  unverständlicherweise wieder häufenden Fehler, sowie die kaum mehr vorhandene Gegenwehr sowohl der blau-weißen Abwehr als auch der Auerbacher Torhüter. Innerhalb weniger Minuten kippte das Spiel wieder zugunsten der Gäste (20:22).
Auerbach genehmigte sich seine zweite Schwächephase der Partie, während Lauf besonnen und sicher fast jede Chance nutzte. Maxim Pankraz konnte in der 46. Minute zwar noch einmal auf 21:22 verkürzen, doch fünf Minuten und fünf Tore später war das Spiel mehr oder weniger entschieden (21:26). „Wenn Auerbach während des gesamten Spiels so intensiv und so schnell gespielt hätte, wie in den letzten zehn Minuten, wir hätten es deutlich schwerer gehabt heute hier zu gewinnen" zollte Peter Zahn den intensiven Bemühungen der Gastgeber seinen Respekt. Doch es waren am Ende kaum mehr als Bemühungen, denn Lauf ließ lediglich eine zwischenzeitliche Kosmetik des Ergebnisses zu. Matthias Schnödt warf vor allem sich selbst nun verstärkt in die Waagschale und ins Getümmel und erzielte gegen seinen ehemaligen Kollegen Max von Borstel die vier nächsten Tore für Auerbach. Leider erwies sich die Abwehr jedoch nicht als stabil und die Zeit nicht mehr als ausreichend genug, die Gäste noch einmal in echte Schwierigkeiten zu bringen.

Am Ende stand eine unnötige Niederlage ebenso im Raum, wie der bange Blick nach Selb, wo der HSV Hochfranken mit einem Sieg gegen den HC Sulzbach-Rosenberg auf drei Punkte an den ersten Nichtabstiegsplatz heranrückte. Am kommenden Wochenende muss die Schnödt-Truppe zum TV Helmbrechts, der noch mindestens einen Punkt benötigt, um auch theoretisch nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Statistik:
SV 08 Auerbach: Kroher, Seiffert, Tannenberger (4), Schnödt (5), Hofmann Mo., Bürger, Eckert, Wilke (5), Herold (3), Hofmann A. (1), Wehner (4), Pankraz (3/1), Kraus, Schalanda (2)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. April 2018 um 16:06 Uhr